Hans-Hermann Meyerholz

Hans-Hermann
Meyerholz

Ein Auricher
für Aurich

Ihr Bürgermeister für Aurich

Meine ersten 100 Tage

Zuhören. Verstehen. Priorisieren. Anpacken.

Ein neuer Bürgermeister kann in 100 Tagen nicht alle Probleme einer Stadt lösen. Das möchte ich auch nicht versprechen.

Aber 100 Tage reichen aus, um Prioritäten zu setzen, wichtige Gespräche zu führen, Entscheidungen vorzubereiten und erste Veränderungen auf den Weg zu bringen.

Ich möchte nicht mit dem Anspruch ins Rathaus einziehen, bereits am ersten Tag alles besser zu wissen. Zu meinen ersten Aufgaben gehört es deshalb, den Menschen zuzuhören, die Aurich und seine Verwaltung jeden Tag kennen und gestalten: den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus, den Mitgliedern des Stadtrates, Unternehmen, Vereinen und Institutionen – und vor allem den Bürgerinnen und Bürgern.

Gleichzeitig soll von Anfang an erkennbar sein, wie ich das Bürgermeisteramt verstehe: zuhören, unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen, Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.

Deshalb möchte ich in meinen ersten 100 Tagen die folgenden Vorhaben beginnen.

Das 100-Tage-Programm

Zuerst ins Rathaus hineinhorchen

Die Verwaltung kennenlernen, bevor sie verändert wird

Die ersten Gespräche sollen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung gehören.

Ein neuer Bürgermeister übernimmt nicht nur ein politisches Amt. Er übernimmt gleichzeitig Verantwortung für eine große Organisation und die Menschen, die dort arbeiten. Deshalb sollen systematische Gespräche mit den Verantwortlichen der verschiedenen Verwaltungsbereiche geführt werden.

Dabei interessieren vier Fragen: Was funktioniert bereits gut? Wo entstehen unnötige Verzögerungen oder Doppelarbeiten? Was erschwert den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Arbeit? Was würden sie selbst verändern, wenn sie könnten?

Ziel ist zunächst nicht eine Verwaltungsreform, sondern ein realistisches Bild davon, wo Verbesserungen sinnvoll und möglich sind.

Wer eine Organisation verändern möchte, sollte zuerst den Menschen zuhören, die jeden Tag in ihr arbeiten.

Das Rathaus mit den Augen der Bürger betrachten

Einen Bürgerfreundlichkeits-Check starten

Parallel soll untersucht werden, wie Bürgerinnen und Bürger typische Kontakte mit der Stadtverwaltung erleben – Terminvereinbarungen, telefonische und digitale Erreichbarkeit, Bearbeitungszeiten, Antragsverfahren, persönliche Vorsprache und die Verständlichkeit von Informationen.

Die zentrale Frage lautet: Wo machen wir es den Menschen unnötig schwer?

Es soll nicht sofort ein umfangreiches neues Gutachten entstehen. Vielmehr soll pragmatisch unterschieden werden: Was lässt sich kurzfristig verbessern? Wo müssen Prozesse verändert werden? Wo kann Digitalisierung helfen? Und wo muss persönliche Erreichbarkeit erhalten oder verbessert werden?

Erste einfach umsetzbare Verbesserungen sollen möglichst bereits innerhalb der 100 Tage begonnen werden.

Bürgerfreundlichkeit zeigt sich nicht in Konzeptpapieren, sondern bei jedem Kontakt mit dem Rathaus.

Mit allen demokratischen Kräften sprechen

Zusammenarbeit im Stadtrat von Anfang an suchen

Ein unabhängiger Bürgermeister braucht Mehrheiten im Stadtrat. Deshalb sollen unmittelbar nach Amtsübernahme Gespräche mit allen demokratischen Fraktionen und Gruppen geführt werden.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, politische Unterschiede zu verwischen. Die Frage lautet vielmehr: Bei welchen wichtigen Aufgaben für Aurich besteht trotz unterschiedlicher Positionen eine gemeinsame Grundlage?

Nach den Einzelgesprächen sollte geprüft werden, ob sich Themen identifizieren lassen, bei denen Verwaltung, Bürgermeister und Stadtrat gemeinsam frühzeitig Fortschritte erzielen können.

Eine gute Idee wird nicht danach beurteilt, von wem sie kommt. Entscheidend ist, ob sie Aurich nützt.

Den Auricher Unternehmertisch einberufen

Nicht über Wirtschaft reden, sondern mit ihr

Innerhalb der ersten 100 Tage soll ein Auricher Unternehmertisch stattfinden. Eingeladen werden Vertreter unterschiedlicher Bereiche der Auricher Wirtschaft – Industrie, Mittelstand, Handwerk, Handel, Gastronomie und Dienstleistungen.

Dabei soll bewusst kein weiterer repräsentativer Empfang entstehen. Das erste Treffen konzentriert sich auf wenige Fragen: Was funktioniert am Wirtschaftsstandort Aurich gut? Was behindert Unternehmen konkret? Wo dauern Verfahren zu lange? Welche drei Dinge könnte die Stadt verbessern?

Aus den Antworten soll eine überschaubare Prioritätenliste entstehen.

Arbeitsplätze entstehen nicht im Rathaus. Aber das Rathaus kann viel dafür tun, dass Unternehmen gerne in Aurich investieren.

Raus aus dem Rathaus – hinein in die Ortsteile

Aurich vor Ort kennenlernen

Die Ortsteile sollen in den ersten 100 Tagen bewusst eine besondere Rolle spielen. Ich möchte systematisch vor Ort Gespräche führen – mit Bürgern, Vereinen, Unternehmen, Landwirtschaft und weiteren örtlichen Akteuren.

Dabei soll nicht nur zu Veranstaltungen eingeladen werden. Entscheidend ist, konkrete Situationen selbst anzuschauen: Wo gibt es Probleme mit Verkehr oder Infrastruktur? Wo fehlen Radwege oder digitale Verbindungen? Was funktioniert besonders gut? Welche Besonderheiten eines Ortsteils sollten sichtbarer werden?

Die Ergebnisse sollten dokumentiert und danach geordnet werden, welche Themen kurzfristig lösbar sind und welche längerfristig bearbeitet werden müssen.

Aurich endet nicht an der Innenstadt. Wer Bürgermeister von Aurich ist, muss in der gesamten Stadt präsent sein.

Das virtuelle Teetrinken ins Rathaus mitnehmen

Bürgerdialog nach der Wahl fortsetzen

Das im Wahlkampf entwickelte „Virtuelle Teetrinken“ soll nicht mit dem Wahltag enden. Innerhalb der ersten 100 Tage soll erprobt werden, wie daraus ein regelmäßiges digitales Gesprächsangebot des Bürgermeisters entstehen kann.

Einzelne Termine können bestimmten Themen gewidmet werden. Je nach Fragestellung können künftig auch zuständige Ansprechpartner aus der Verwaltung hinzukommen.

Das digitale Format ersetzt weder Bürgersprechstunden noch persönliche Begegnungen. Es ergänzt sie.

Bürgernähe bedeutet nicht, dass die Bürger immer erst zum Bürgermeister kommen müssen. Der Bürgermeister muss unterschiedliche Wege zu den Bürgern finden.

Gemeinsam durch die Innenstadt gehen

Probleme und Chancen vor Ort anschauen

Zur Innenstadtentwicklung soll innerhalb der ersten 100 Tage ein gemeinsamer Rundgang mit Einzelhandel, Gastronomie, Eigentümern, Marktbeschickern und weiteren Beteiligten stattfinden.

Dabei stehen konkrete Fragen im Vordergrund: Wo gibt es Leerstände? Wo fehlt Aufenthaltsqualität? Welche Plätze besitzen ungenutztes Potenzial? Wo fehlen Grün, Schatten oder Sitzmöglichkeiten? Wie kann der Wochenmarkt weiterentwickelt werden? Welche kleineren Veranstaltungen könnten zusätzliche Besucher bringen?

Anschließend werden mögliche Maßnahmen in drei Kategorien eingeteilt: kurzfristig machbar, mittelfristig vorzubereiten, langfristige Stadtentwicklung.

Nicht zuerst ein neues Konzept über die Innenstadt schreiben. Zuerst gemeinsam durch die Innenstadt gehen.

Die kleinen Dinge nicht vergessen

„Aurich kann das schneller“

Nicht jedes Problem in einer Stadt benötigt ein mehrjähriges Projekt oder ein umfangreiches Konzept. Innerhalb der ersten 100 Tage sollen deshalb gemeinsam mit Verwaltung und Bürgern einige konkrete, überschaubare Probleme identifiziert werden, die schon länger bekannt sind und deren Lösung weder große Investitionen noch jahrelange Planung erfordert.

Die Frage lautet: Was ärgert die Menschen – und warum haben wir es noch nicht gelöst?

Es geht ausdrücklich nicht darum, bestehende Verfahren zu umgehen. Es geht darum zu erkennen, wo Dinge einfacher, schneller oder pragmatischer erledigt werden können.

Manches braucht einen langen Atem. Manches muss man einfach machen.

Aus „Aurich blüht auf“ eine prüfbare Idee machen

Die langfristige Vision auf Machbarkeit untersuchen

Die Idee „Aurich blüht auf“ und die Perspektive einer möglichen Landesgartenschau sollen innerhalb der ersten 100 Tage nicht vorschnell zum offiziellen Projekt erklärt werden. Stattdessen sollen erste belastbare Grundlagen geschaffen werden.

Dazu gehören Gespräche mit Fachleuten und zuständigen Institutionen sowie eine erste Klärung der Anforderungen, Zeiträume, finanziellen Dimensionen, Fördermöglichkeiten, Risiken und Entwicklungschancen.

Insbesondere soll untersucht werden, welche Projekte – etwa die Verbindung von Innenstadt, Wallanlagen, Hafen und Ems-Jade-Kanal zu einem blau-grünen Band – auch unabhängig von einer späteren Landesgartenschau sinnvoll wären.

Das Ergebnis der ersten 100 Tage ist deshalb keine Bewerbung.

Aus einer Vision soll eine belastbare Entscheidungsgrundlage werden.

Eine erste Bestandsaufnahme der großen Zukunftsthemen vorlegen

Was ist dringend, was ist wichtig – und was können wir uns leisten?

Neben sichtbaren Einzelmaßnahmen muss ein neuer Bürgermeister schnell einen Überblick über die großen strukturellen Aufgaben der Stadt gewinnen: finanzielle Situation, laufende Investitionen und Folgekosten, größere Infrastrukturvorhaben, Zustand kommunaler Einrichtungen sowie bestehende politische und vertragliche Verpflichtungen.

Nach den ersten Monaten sollte ein klares Bild vorliegen: Welche großen Projekte laufen bereits? Welche Verpflichtungen bestehen? Wo entstehen langfristige Folgekosten? Welche Investitionen sind dringend? Und welche finanziellen Spielräume besitzt Aurich tatsächlich?

Gerade vor neuen großen Projekten gehört für mich dazu, zuerst zu wissen, welche Aufgaben bereits auf dem Tisch liegen und was die Stadt dauerhaft tragen kann.

Neue Ideen brauchen Mut. Gute Kommunalpolitik braucht zusätzlich einen klaren Blick auf das Machbare.

Nach 100 Tagen öffentlich Bilanz ziehen

Sagen, was erreicht wurde – und was nicht

Der Abschluss des 100-Tage-Programms steht bereits vor der Wahl fest: Nach 100 Tagen wird Bilanz gezogen – öffentlich und nachvollziehbar.

Dabei sollten vier Fragen beantwortet werden: Was wurde begonnen? Was wurde bereits erreicht? Was hat noch nicht funktioniert oder dauert länger als erwartet? Was sind die nächsten Schritte?

Die Bilanz kann auf der Website veröffentlicht und in einer öffentlichen Veranstaltung sowie einem virtuellen Teetrinken diskutiert werden. Entscheidend ist, dabei nicht nur Erfolge aufzuzählen – auch Verzögerungen, Schwierigkeiten oder veränderte Einschätzungen sollten benannt werden.

Wer vor der Wahl sagt, was er in den ersten 100 Tagen tun möchte, sollte nach 100 Tagen auch sagen, was daraus geworden ist.

Womit fange ich an?

Zuhören. Verstehen. Priorisieren. Anpacken. Bilanz ziehen.

Die verbindliche 100-Tage-Bilanz ist für mich mehr als ein Wahlkampfversprechen – sie ist eine freiwillige Selbstverpflichtung: messen zu lassen, was aus dem wird, was ich ankündige.