Hans-Hermann Meyerholz

Hans-Hermann
Meyerholz

Ein Auricher
für Aurich

Ihr Bürgermeister für Aurich

Außerordentlicher Standpunkt

Aurich: ran an die Bahn!

Aurich ist eines der bedeutendsten Mittelzentren Ostfrieslands, aber ohne Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr. Die Voraussetzungen, das zu ändern, waren lange nicht so gut wie heute. Ich finde: Diese Chance sollten wir nutzen.

Seit Jahrzehnten setzt sich die Initiative „Aurich – ran an die Bahn“ dafür ein, wieder Personenzüge nach Aurich fahren zu lassen. Was lange wie eine kaum realisierbare Vision erschien, ist inzwischen zu einer ernsthaften und fachlich untersuchten Perspektive geworden. Die vorhandene Strecke Aurich–Abelitz bietet dafür die Grundlage. Die vorliegenden Untersuchungen zur Reaktivierung sind ermutigend, und auch die wirtschaftliche Bewertung fällt ausgesprochen positiv aus. Deshalb ist meine Haltung klar: Aurich sollte diese Chance nutzen und sich mit Nachdruck für die Rückkehr des Personenverkehrs auf die Schiene einsetzen.

Dabei geht es um weit mehr als eine Bahnverbindung nach Emden. Mit dem Anschluss an das bestehende Schienennetz würde Aurich wieder Teil eines größeren Verkehrsnetzes. Davon könnten Berufspendler ebenso profitieren wie Schüler und Studierende, ältere Menschen, Besucher und Touristen. Für einen bedeutenden Wirtschafts- und Wohnstandort ist Erreichbarkeit ein wichtiger Standortfaktor. Eine Stadt unserer Größe sollte auf Dauer nicht vom Schienenpersonennahverkehr abgekoppelt bleiben.

Mit der Bahn zum neuen Klinikum

Besonders interessant wird die Bahnverbindung durch die neue Zentralklinik in Uthwerdum. In den bisherigen Planungen ist dort ein eigener Haltepunkt vorgesehen. Damit könnte eine denkbar einfache Verbindung entstehen: In Aurich in die Bahn einsteigen – und am Klinikum wieder aussteigen.

Gerade ein Krankenhaus, das der medizinischen Versorgung einer ganzen Region dienen soll, muss auch für Menschen gut erreichbar sein, die nicht mit dem eigenen Auto fahren können oder wollen. Für Beschäftigte, Patienten und Besucher aus Aurich wäre eine solche Verbindung ein erheblicher Gewinn.

Mobilität erweitern und nicht gegeneinander ausspielen

Die Bahn ist für mich dabei kein Gegenmodell zum Auto und ebenso wenig ein Ersatz für bessere Radwege oder einen attraktiveren öffentlichen Nahverkehr (Busse). Eine moderne Stadt braucht unterschiedliche Möglichkeiten der Mobilität.

Es geht nicht darum, Menschen vorzuschreiben, wie sie sich fortbewegen sollen. Es geht darum, ihnen gute Alternativen anzubieten.

Selbstverständlich müssen bei einer Reaktivierung auch die Interessen der Menschen entlang der Strecke berücksichtigt werden. Fragen zu Lärmschutz, Bahnübergängen und möglichen Belastungen gehören offen auf den Tisch und müssen gemeinsam mit den Betroffenen gelöst werden. Auch die Finanzierung muss transparent bleiben. Bund und Land können einen erheblichen Teil solcher Infrastrukturvorhaben fördern. Entscheidend ist deshalb, welche Belastung am Ende tatsächlich bei Stadt und Landkreis verbleibt.

Eine große Chance für Aurich sollte nicht an einem vertretbaren kommunalen Eigenanteil scheitern.

Viele Menschen haben sich über Jahre und Jahrzehnte dafür eingesetzt, dass die Idee einer Bahnverbindung nach Aurich nicht verschwindet. Heute sind die Voraussetzungen besser denn je, daraus Realität werden zu lassen.

Deshalb finde ich: Aurich: ran an die Bahn!

Nicht aus Nostalgie, sondern weil ein Bahnanschluss zu einem modernen, wirtschaftlich starken, lebenswerten und gut erreichbaren Aurich gehört.

Aurich hat lange genug auf den Zug gewartet. Jetzt sollten wir die Chance nutzen, wieder einzusteigen.

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